Doch auf was kommt es denn nun an?
Ob das Füttern von Wildtieren Sinn macht oder gar schadet, hängt im Wesentlichen von der Tierart
ab, von der Zeit, in der gefüttert werden soll und nicht zuletzt und mit was gefüttert werden soll.
Die Fütterung von Enten im Park führt zum Beispiel dazu, dass die Erpel nach der Paarung nicht wie
üblich abwandern. Normalerweise tun sie das, um den Weibchen mit ihren Küken die oft begrenzten
Nahrungsressourcen nicht streitig zu machen. Werden Enten jedoch gefüttert, bleiben die Erpel und
bedrängen unablässig die Weibchen mit ihren Küken. Die ständigen Begattungsversuche können dazu
führen, dass die Weibchen regelrecht ertränkt werden und sterben. Außerdem kommen zu viele
Nährstoffe ins Wasser, was die Wasserqualität gerade von stehenden Gewässern massiv vermindert.
Das kann soweit führen, dass Fische sterben und im Wasser keine Tiere mehr leben können.
Über die Fütterung von Vögeln im Garten kann man auch streiten. Angesichts der immer sterileren
Gärten und des damit sinkenden Nahrungsangebotes kann es durchaus Sinn machen, Vögel zu füttern.
Doch auch hier gibt es das ein oder zu beachten, denn gerade die oft üblichen Futterhäuschen
schaden mehr, als dass sie den Vögeln nützen – denn die Vögel stehen im Futter und koten hinein.
Dadurch werden Krankheiten übertragen, die den Vögeln letztendlich mehr schaden. Besser sind s.g.
Futtersilos, dabei kann es zu solchen Verunreinigungen nicht kommen. Wichtig ist auch, ein
hochwertiges, angepasstes Futter anzubieten – der Fachhandel kann da gerne beraten.
Eine andere Sache ist die Fütterung nichtheimischer Arten wie Bisamratten, Nutrias oder Waschbären.
Diese Tiere mögen ja süß aussehen und hungrig gucken, sie können auf der anderen Seite jedoch
massive Probleme für die Natur aber auch für uns Menschen bereiten. Nutrias und Bisamratten
können Dämme untergraben und damit gefährlich schwächen. Eine solche Problemstelle stellt auch
der Eipbach hinter dem Bahnhof dar. Eine Fütterung der Bisamratten verschlechtert sogar die
Situation sowohl für die Tiere selber als auch für die Böschung und die Uferbereiche und sie ist an
dieser Stelle sogar ordnungsrechtlich verboten. Eine Fütterung führt lediglich zu einer noch stärkeren
Vermehrung und letztendlich zu mehr Hunger, denn die Tiere müssen ja auch etwas zu fressen haben,
wenn sie mal gerade nicht gefüttert werden.
Grundsätzlich kommen wildlebenden Tiere alleine zurecht und eine Fütterung ist nicht notwendig
oder in manchen Fällen sogar schädlich. Regelmäßig gefütterte Tiere verlernen regelrecht, für sich
selbst zu sorgen. Zum einen macht sie das unselbstständig und abhängig, sie leiden vermehrt an
Hunger, wenn sie gerade nicht gefüttert werden und zum anderen zieht es sie in die Nähe der
Menschen, was meist weder für Tiere gut noch für Menschen.
Schließlich muss sich jede(r) selber fragen, warum man die Tiere überhaupt füttern möchte – zum
Wohl der wildlebenden Tiere ist es meist nicht, es dient eher der eigenen Freude ungeachtet der
weitreichenden negativen Konsequenzen. Nehmen die Tiere überhand, müssen Sie ggf. abgefangen
und getötet werden – und wer will das schon?
Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Tiere in der Natur füttern, schließlich hat es ja auch schon Millionen
Jahre vorher ohne füttern funktioniert.
Haben Sie Fragen zur Fütterung von wildlebenden Tieren oder anderen Umweltthemen, können Sie
sich gerne an mich, Thorsten Florin-Bisschopinck, den Umweltschutzbeauftragten der Gemeinde Eitorf
wenden. Telefonisch erreichen Sie mich unter der 02243 / 911723.